DAZ

Deutsch Als Zweitsprache

An der ARR besteht seit September 2015 ein sogenannter DAZ- bzw. Willkommenskurs. Dieser besteht zurzeit (Stand April 2016) aus vierzehn Schülern verschiedener Altersstufen und Nationalitäten. Auf Grund dessen, dass die Schüler zu verschiedenen Zeiten in den DAZ-Kurs integriert wurden und ggf. auch fortlaufend neue Lernende dazukommen, ist eine individuelle Förderung der Schüler und Schülerinnen entsprechend ihrer Vorkenntnisse, Altersstufe und Leistungsniveaus unumgänglich. Um eine optimale Förderung gewährleisten zu können, werden differenzierte Unterrichtsmaterialien verwendet, welche an das Leistungsniveau und Lerntempo der DAZ-Schüler individuell angepasst werden.

In diesem Kurs werden Lernende im Alter zwischen elf und sechzehn Jahren parallel zehn Stunden à 60 Minuten pro Woche unterrichtet. In der restlichen Zeit nehmen sie am Unterricht ihrer jeweiligen Regelklasse teil. Bei den DAZ-Lernenden handelt es sich um Schüler, die zum Teil einen Flüchtlingsstatus inne haben, aus Polen, Rumänien, Russland, Syrien, Kroatien, dem Libanon, dem Irak oder Bulgarien stammen. All diese Schüler verbindet ein Neustart in Deutschland. Sie besitzen meist keine oder mangelhafte Grundkenntnisse der deutschen Sprache und sind zum Teil nicht ausreichend alphabetisiert bzw. können nicht ausreichend lesen und schreiben.

Mit Hilfe des DAZ-Kurses wird den Schülern ein Lernraum geboten, in dem sie grundlegende Deutschkenntnisse erwerben können, die sie für ihr weiteres Schulleben wie auch für das Meistern alltäglicher Situationen in dieser für sie neuen Umgebung benötigen. Ziel ist hierbei nicht nur eine spätere vollständige Integration der DAZ-Lernenden in die jeweiligen Regelklassen und das Erreichen des Realschulabschlusses, sondern es werden hierbei ebenfalls Grundkenntnisse vermittelt, welche die Schüler für den Alltag in Deutschland benötigen. Eine ständige Einbettung grammatikalischer und sprachlicher Übungen in Alltagskontexte ist daher unumgänglich.

Da es aufgrund der Sprachbarriere oft zu kommunikativen Missverständnissen kommt, ist der DAZ-Unterricht so aufgebaut, dass möglichst oft auf Bildebene kommuniziert wird. Visualisierungen sind besonders beim Aufbau und der Erweiterung des Wortschatzes unumgänglich. Des Weiteren konnte im Verlaufe des DAZ-Unterrichtes festgestellt werden, dass die Schüler sich gegenseitig in ihren Lernprozessen unterstützen. Dabei ist anfangs auch der Gebrauch der Muttersprache in Absprache mit der unterrichtenden Lehrkraft beispielsweise bei Übersetzungen für das zu führende Vokabelheft erlaubt. Die Nutzung einer Bildsprache ist bei der Arbeit mit den DAZ-Lernenden ein zentrales Verständigungsmittel und die Unterrichtssprache ist bis auf oben erwähnte kleine Übersetzungshilfen deutsch.

Um den Schriftspracherwerb zu fördern, führen die Lernenden ein Lesetagebuch über die Wochenenden. In diesem notiert der jeweilige Schüler während der freien Tage in kleineren Texten, was an den Tagen unternommen wurde. Dieses Buch führen die Lernenden mit einer großen Motivation. Am Anfang der Woche liest der jeweilige Lernende seine Erlebnisse im Morgenkreis vor. Auch die anderen Schüler bekommen zum Wochenbeginn die Möglichkeit, im Morgenkreis ihre Erlebnisse kurz zu schildern.

Um diese kommunikativen Austauschprozesse zu fördern und weitere Kommunikationsanlässe zu bieten, werden zahlreiche Anlässe geschaffen, bei denen die Schüler an Realobjekten oder selbstentdeckend lernen können. So ist beispielsweise ein Ausflug in einen nahegelegenen Zoo oder das Vorbereiten und Ausrichten eines gemeinsamen Frühstücks geplant.

Insgesamt wird somit deutlich, dass die Förderung kommunikativer Kompetenzen gleichermaßen im mündlichen wie im schriftlichen Bereich sowie die Vermittlung sozialer Kompetenzen durch die Einbettung in Alltagssituationen ein zentrales Anliegen der unterrichtenden Lehrkräfte im DAZ-Unterricht darstellen.