Ein Schultag der besonderen Art

Am 05. Dezember 2016 durfte die Klasse 10b ihren Unterricht ins Rathaus der Stadt Witten verlegen.

Dort konnten sie nicht nur einen kleinen Einblick in die Räumlichkeiten in den Haupt- und Seitentrakten unseres Rathauses mit ihren verschiedenen Angeboten und Tätigkeitsbereichen gewinnen, sondern in einem holzgetäfelten Sitzungssaal einige Stunden lang arbeiten.

Angeleite10b_12_2016_03t von Frau Eilhardt, der Aussteigerberaterin für Rechtsextremismus und Satanismus, haben unsere Schülerinnen und Schüler an einem realen (aber anonymisierten) Fall aus der Szene des Rechtsextremismus gearbeitet.

Dabei konnten sie sowohl hinterfragen, warum rechtsextreme Kameradschaften möglicherweise anziehend und vermeintlich stärkend auf manche Jugendliche wirken. Sie hatten aber auch die Möglichkeit, sich in die Rolle der Expertin für Aussteigerbegleitung hineinzuversetzen und zu überlegen, wie sie sich in solch einer Beratungssituation verhalten und welche Angebote sie einem Jugendlichen, der im Bann des Rechtsextremismus ist, machen würden.

Zuletzt haben sie überlegt, ob der stark gefährdete Jugendliche aus dem Fallbeispiel tatsächlich die Beratung annimmt und den Weg aus dem Sog seiner Kameradschaft findet.

Manche waren 10b_12_2016_01begründet optimistisch, andere glaubten nicht so sehr an die Kraft der Vernunft und sahen für „unseren Fall“ keine Chance.

Frau Eilhardt klärte uns am Ende der sehr engagierten Arbeit an dem Fall darüber auf, dass dieser tatsächlich gut ausgegangen ist und also ihre Arbeit erfolgreich war und eine innere Vernunft bzw. die Stimme der Moral den Jugendlichen vor schlimmen Gewalthandlungen abgehalten und er mit Unterstützung den Weg aus der rechten Szene gefunden hat.

Viele Schüler waren erleichtert über diesen Ausgang.

Frau Eilhardt lobte die Klasse sehr für ihre wirklich engagierte Mitarbeit. Alle haben viel über die Gewaltbereitschaft und Skrupellosigkeit des Rechtsextremismus gelernt, sich in Empathie geübt und einen feinen Sinn für Gerechtigkeit gezeigt.

Wir Erwachsenen sind stolz auf die Schüler, die ja selbst kurz vor dem Erwachsensein stehen und die jetzt wissen, an wen sie sich wenden können oder an wen sie verweisen können, wenn in ihrer Umgebung jemand auf den rechtsextremen Weg gerät.